Definition des Realzins

Was ist der Realzins?

Marktzins ZinseszinsDer Realzins ist eine wichtige, wenn auch oftmals unterschätzte Größe bei der Zinsberechnung.

Üblicherweise wird der Zinssatz als Nominalzinssatz angegeben.

Das ist der mit einer Bank vereinbarte Zinssatz für eine Geldanlage oder für einen Kredit.

In diesem ist die Inflationsrate jedoch nicht berücksichtigt. Der Realzins liegt damit in aller Regel unter dem Nominalzins, mit dem auch die Kreditinstitute werben, und gibt die zu erwartende Rendite inflationsbereinigt wider.

Auch die Höhe des zu erwartenden Zinseszins wird unmittelbar beeinflusst.

Die Berechnung

Definitionsgemäß ist dies der Zinssatz, der angibt, wie sich eine Geldanlage oder ein sonstiger Vermögenswert unter dem Einfluss der Inflationsrate verhält.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: Realzins = Nominalzins – Inflationsrate.

Nach dieser Formel lässt sich der zu erwartende Realzins relativ leicht errechnen. Für eine weitergehende genaue Analyse ist bei der Berechnung der Zinseszins mit einzubeziehen.

Liegt die Inflationsrate über dem Nominalzins, bekommt der Realzins ein negatives Vorzeichen.

Das bedeutet, dass trotz Zinsen einschließlich Zinseszins ein effektiver Wertverlust vorhanden ist.

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Beispielrechnung

Ein Geldanlagebetrag von 1000 EUR wird auf ein Jahr angelegt und zu 4 % p. a. verzinst.

Die Inflationsrate beträgt im zu betrachtenden Zeitraum 1,5 %.

Daraus ergibt sich nach oben genannter Formel ein Zins von nur noch

2,5 % (4 % – 1,5 % = 2,5 %).

Nach Ablauf des Jahres werden dem Anleger 1040 EUR ausbezahlt entsprechend dem vereinbarten Zinssatz.

Durch die Inflation ist der Wert des Geldes aber inzwischen gesunken.

Die Höhe des Auszahlbetrages beträgt wertmäßig nur noch 1025 EUR, so als wäre die Geldanlage mit 2,5 % verzinst worden.

Prognosen und praktische Bedeutung

Die genaue Höhe des erzielten Realzinses lässt sich leider nur im Nachhinein empirisch bestimmen, da es zu viele Variablen gibt, die die Höhe der Inflationsrate bestimmen.

Gleichzeitig ist die Inflationsrate im Laufe der Zeit selbst Schwankungen ausgesetzt.

Für die Zukunft lassen sich daher nur finanzmathematisch begründete Prognosen heranziehen, die naturgemäß umso unsicherer werden, je länger der Zeitraum ist, für den sie gestellt werden sollen.

In diesem Falle ist auch hier wieder der Zinseszins zu betrachten, der durch seinen „Aufschaukel-Effekt“ die Rendite maßgebend beeinflusst.

Der Anleger ist gut beraten, wenn er den Realzins in seine Erwartungen einbezieht.

Mit einem Blick auf die Entwicklung der Inflationsrate ist eine grobe Einschätzung der Wertentwicklung seiner Anlage möglich und herbe Enttäuschungen bleiben ihm dann weitgehend erspart.

Zusammenfassung Realzins:

  • Realzinsen liegen unter Nominalzinsen
  • Realzins ist gleich Nominalzins – Inflationsrate
  • liegt die Inflationsrate über dem Nominalzins verringert sich das Kapital

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